zum Abschnitt:

 

Anwendungen

 

Einführung

Bei allen vorgestellten Anwendungen gehen es um Kombinationen

von E− und B−Feldern. Die Felder können ganz unterschiedlich ange-

ordnet sein.

Zunächst wird der Wienfilter vorgestellt, der dazu dient, ganz bestimmte

Teilchengeschwindigkeiten auszusortieren. Danach besprechen wir

eine Fülle von Massenspektrometern, die alle dazu benutzt werden,

unterschiedliche Massen voneinander zu trennen. Dies führte z.B. zur

Entdeckung der Isotope, hat aber auch in der Relativitätstheorie eine

Rolle gespielt.

Als Drittes werden Beschleuniger behandelt, zunächst das Zyklotron

und anschließend das Synchrotron. Beim Zyklotron gehen wir auch

noch auf die medizinischen Anwendungen ein. Die größten wissen-

schaftlichen Maschinen, die es z.Z. auf der Erde gibt, sind Synchrotrone,

z.B. das LHC am CERN.

 

Wienscher Geschwindigkeitsfilter

 

In der ersten Anwendung wird ein Gerät zum Filtern der Geschwindig-

keiten geladener Teilchen vorgestellt. Dies ist vor allem bei radioakti-

ven Strahlungsteilchen wichtig, bei denen die Geschwindigkeit ganz

unterschiedlich sein kann.

 

Es liegt hier folgender Aufbau vor:

 

 

Im Wienschen Geschwindigkeitsfilter werden zwei Felder überein-

andergelegt. Einmal ein elektrisches Feld zwischen den Kondensator-

platten (E-Feld) und ein magnetisches Feld (B-Feld). Diese Felder

stehen senkrecht zueinander. Man sagt auch, dass „gekreuzte“ Felder

vorliegen. Es wirken dann die elektrische Feldkraft FE und die Lorentz-

kraft FL auf die geladenen Teilchen. Für Elektronen weist die elektri-

sche Feldkraft nach oben, die Lorentzkraft nach der Drei-Finger-Regel nach unten. Falls beide Kräfte gleich groß sind, kann sich das Teilchen geradlinig durch die gekreuzten Felder bewegen.

Nimmt man positive Ladungen, sind die Kräfte andersherum ausge-

richtet.

 

Formelmäßig gilt:

 

 

Falls die Geschwindigkeit der Teilchen kleiner als „v“ ist, ergeben sich

gekrümmte Bahnen. Wenn also am Ende des Wienfilters eine Blende

steht, die nur geradlinige Teilchen durchlässt, können Teilchen mit

einer anderen Geschwindigkeit den Filter nicht verlassen. Man weiß

also genau, mit welcher Geschwindigkeit die Teilchen aus dem Filter

austreten.

Da nur FL von v abhängt, gilt also für Teilchen mit größerer Geschwin-

digkeit als v, dass FL größer als FE ist, also wird in die Richtung von

FL abgebogen, also bei Elektronen nach unten. Für Teilchen mit klein-

erer Geschwindigkeit entsprechend andersherum.

In der folgenden Abbildung wird dies noch einmal gezeigt:

 

Quelle: https://virtuelle-experimente.de/b-feld/anwendung/geschwindigkeitsfilter.php

Beachte: die Felder sind anders ausgerichtet als bei meiner Abbildung!

 

Man kann jetzt durch Änderungen von E und B genau vorgeben,

welche Geschwindigkeit die austretenden Teilchen haben sollen. Dies

kann bei einigen Anwendungen, z.B. beim Massenspektrometer

wichtig sein.

Hinweis: der Filter ist übrigens nach Wilhelm Wien benannt.

 

In folgendem Video wird ein solcher Filter mit ganz „normalen“ Geräten

einer Schul-Physiksammlung nachgebaut.

 

Quelle: Wienfilter, Geschwindigkeitsfilter, Wien'scher Geschwindigkeitsfilter (youtube.com)

Unterlagen von Leybold hierzu: Versuchsanleitung als pdf

 

Massenspektrometer

 

Aufbau von Bainbridge (1932)

 

Ziel eines Massenspektrometers ist es, die Masse von geladenen

Teilchen zu bestimmen. Wir stellen hier zunächst den Aufbau von

Bainbridge vor.

Hierzu wird der Wienfilter mit einem zusätzlichen Magnetfeld erweitert,

d.h. die geladenen Teilchen, die den Wienfilter mit definierter Ge-

schwindigkeit verlassen, werden in ein weiteres Magnetfeld senkrecht

eingeschossen und durchlaufen in diesem Magnetfeld einen Kreis-

bogen, bis sie auf einem Schirm auftreffen. Das sieht dann also folgen-

dermaßen aus:

Quelle: https://virtuelle-experimente.de/b-feld/anwendung/massenspektrometer.php

 

Der Halbkreisdurchmesser „d“ kann gemessen werden und macht eine

Aussage über die Masse des Teilchens.

 

Es gilt:

 

 

Hinweis: Falls man die Ladung q des Teilchens nicht kennt, ist nur die Bestimmung der

spezifischen Ladung q/m möglich.

 

Aufbau von Bucherer (1908)

 

In der Relativitätstheorie wurden mit dem Versuch von Bucherer auch

Massen bestimmt. Diesen Aufbau sieht man hier:

Hier wird kein vollständiger Halbkreis beschrieben, so dass die For-

meln komplexer sind.

Es gilt hier: (man geht im Allgemeinen von kleinen Werten für „z“ aus, d.h. in der Abb.

                          ist „z“ übertrieben groß eingetragen )

 

 

Aufbau nach Aston (1918)

 

Danach entwickelte Francis William Aston einen Massenspektrometer,

der vor allem zur Identifikation von Isotopen benutzt wurde.

Hierzu gibt es eine schöne Simulation im Netz:

Quelle: Leifi

Dieser Aufbau besteht also aus einer Ionisationskammer mit einem

Beschleunigungskondensator (links). In der Ionisationskammer wer-

den die Proben durch den Beschuss mit schnellen Elektronen ionisiert.

Danach werden diese Ionen im elektrischen Feld E1 des Kondensators

auf eine Geschwindigkeit v0 beschleunigt.

Diese beschleunigten Ionen werden senkrecht zum E-feld eines

zweiten Kondensators mit der Feldstärke E2 eingeschossen. Dabei

durchlaufen sie eine parabelförmige Bahn. Es liegt ein Ablenkkonden-

sator vor. Nach dem Verlassen des Ablenkkondensators gelangen

die Ionen in ein senkrecht stehendes B-Feld.  Es wird eine Kreisbahn

beschrieben. Am Schluss treffen die Ionen auf eine Photoplatte, auf

der sie dann registriert werden.

Es findet hier eine Doppelfokussierung statt, d.h. Ladungen mit

gleicher spezifischer Ladung q/m aber geringen Geschwindigkeits- oder Richtungsunterschieden werden auf einem Punkt der Detektor-

platte zusammengeführt.

Hinweis: Eine physikalische Betrachtung dieses Phänomens erscheint mir in der Oberstufe

nicht angebracht. Ich gehe nur kurz beim Aufbau von Mattauch darauf ein.

Wer mehr darüber erfahren will, sollte in der Linkliste unter den PDF-Dateien nachsehen.

 

Extrateil: Abhängigkeit von Ekin und p

 

Häufig findet sich in den Abhandlungen zum Massenspektrometer die

Behauptung, dass die Ablenkung im E-Feld von der kinetischen Ener-

gie und die Ablenkung im B-Feld vom Impuls abhängt. Dies lässt sich

noch mit relativ geringem Aufwand zeigen.

 

Zur Ablenkung im E-Feld gehen wir zurück zum Ablenkkondensator:

Es gilt:

 

 

Mit den Formeln zum Fadenstrahlrohr und zum Versuch von Bucherer

ergibt sich:

 

 

Da die Ablenkungen im E- bzw. B-Feld in unterschiedlichen Richtun-

gen stattfinden, kann man durch eine geschickte Anordnung Fokussier-

ungen auf einer Detektorplatte erhalten.

 

Aufbau von Thomson (1913)

 

Schon sehr früh stellte J.J.Thomson seine Form von einem Massen-

spektrometer vor. Man spricht von der Parabelmethode, weil Teilchen

mit gleicher spezifische Ladung q/m bei unterschiedlicher Geschwin-

digkeit einen Parabelbogen auf Photopapier bilden.

 

Der Aufbau hat folgendes Aussehen:

Mit kleinen Änderungen aus der Quelle: roro-Seiten Thomson

 

Die violetten Bögen zeigen Parabeln, die zur selben spezifischen

Ladung q/m gehören.

Das E-Feld und B-Feld nehmen denselben Raum in Anspruch und

liegen parallel zueinander. Die Ablenkung durch das E-Feld erfolgt in

y-Richtung, die Ablenkung durch das B-Feld in z-Richtung.

Man kann zeigen, dass y in Abhängigkeit von z eine quadratische

Funktion bildet, so dass ein Parabelbogen entsteht.

Es gilt nämlich (Extrateil):

 

 

Da sich „z“ mit „v“ ändern kann, erhält man auf der Photoplatte den

Ausschnitt eines Parabelbogens.

 

 

Aufbau von Mattauch (1934)

 

Bei diesem Spektrometer handelt sich um ein typisches Beispiel für

einen Sektorfeld-Massenspektrographen. Der Aufbau wird häufig mit

optischen Aufbauten, wie Linse und Prisma, verglichen. Es finden

also Fokussierungen durch die Art des Aufbaus von elektrischem und

magnetischem Feld statt. Im Idealfall liegt eine Doppelfokussierung

vor. Häufig wird ein inhomogenes E-Feld mit einem homogenen B-Feld

kombiniert. Die Felder haben ganz genau vorberechnete Abmessun-

gen.

Im Folgenden sieht man den Aufbau von Mattauch und Herzog.

 

Quelle: PDF zur Massenspektroskopie FH München

 

Ein inhomogenes E-Feld (31,5°Sektor) wird kombiniert mit einem

homogenen Magnetfeld, bei dem die Lage des Flächendetektors

genau ausgerechnet wurde.

 

Weitere Ausführungen

 

Es gibt noch weitere Ausführungen von Massenspektrometern, die

aber nicht zum Thema „E- und B-Felder“ passen. Man kennt noch den

Quadrupol- und Flugzeitdetektor. Hierzu kann man sich die Verlink-

ung mit den wikipedia-Artikeln bzw. die PDF-Artikel in der Linkliste an-sehnen.

 

Linkliste zum Massenspektrometer:

 

 

1.) Video über Massenspektrometer

Nettes Video zum Massenspektro-

meter von Bainbridge, alles wird aus-

führlich und ausschweifend umfang-

reich erklärt;

Vorsicht:

a.) der Begriff „homogen“ ist nicht

ausreichend erläutert; homogen =

überall gleiche Feldstärke, Feld-

liniendichte ist überall gleich!

b.) „d“ wird hier für den Abstand der

Platten benutzt und nicht für den

Durchmesser der Kreisbahn!

 

2.) Versuchsanleitung Leybold Wienfilter

Wienfilter von Leybold, passt zum Video im Kapitel „Wienfilter“

 

3.) Simulation Massenspektrometer

Nette Simulation: das E-Feld und die B-Felder können verändert werden und man sieht, was dies für Auswirkungen hat

 

 

4.) Mehrere PDF-Artikel zur Vertiefung des Themas

 

4.1.) FH MÜNCHEN alle Spektro-

graphen werden besprochen, vor allem

auch Quadrupol- und Flugzeitdetektor

4.2.) UNI STUTTGART Auszug aus

dem Physikalischen Praktikum II zum

Thema Massenspektrometer

4.3. UNI LEIPZIG Thomson, Qua-

drupol, Flugzeit (Auszug aus einem

Buch??)

 

4.4. Masterarbeit zum Thema

4.5. Artikel zum Thema Doppel-fokussierung 2.Ordnung von 1957

4.6. englischer Artikel von Wiley zum

Thema: vor allem auch Perspektiven

für die Zukunft

4.7. eng. Artikel von Münzenberg aus

dem International Journal of Mass

Spectrometry zur Geschichte

 

Zyklotron

 

Das Zyklotron zählt zu den Ringbeschleunigern. Hier werden geladene

Teilchen auf Spiralbahnen auf hohe Energien bzw. Geschwindigkeiten

gebracht.

Der Aufbau eines klassischen Zyklotrons hat folgendes Aussehen:

 

      links: Aufsicht                                                       rechts: Querschnitt

Quelle: virtuelle Physik

 

In einer großen Vakuumkammer befindet sich ein Aufbau aus zwei

großen hohlen Halbzylindern aus Metall (z.B. Kupfer, kein Eisen).

Die einzelnen Halbzylinder werden Duanten oder einfach „Dees“ ge-

nannt, weil sie das Aussehen des Buchstabens „D“ haben.

Da die Zylinder hohl sind, bilden sie Faradaykäfige, d.h. im Inneren

existiert kein elektrisches Feld, obwohl sie geladen werden. Nur

im Raum zwischen den Duanten kann sich ein E-Feld ausbilden.

Der ganze Aufbau wird von großen Elektromagneten umgeben, die

den gesamten Innenraum ausfüllen.

In der Duantenmitte befindet sich eine Ionenquelle, die geladene Teil-chen abstrahlt.

 

Hier die Abbildung eines historischen Zyklotrons:

 

 

Quelle: wikipedia

 

Man sieht einen Teil des 27-

inch Zyklotrons von Ernest O.

Lawrence aus dem Jahr 1932.

Gezeigt sind nur die D’s, die

von der Vakuumkammer um-

geben sind. Rechts sind wohl

die Anschlüsse für die Wech-

selfrequenz und unten in der

Vakuumkammer der Austritt

zu sehen.

 

Funktion:

Da bewegte geladene Teilchen vorliegen, können beide Felder auf

diese einwirken. Im Raum zwischen den Duanten werden die Teilchen

durch das E-Feld beschleunigt. Das Magnetfeld führt zu Halbkreis-

bahnen innerhalb der Duanten. Da man den Ladungszustand der Duan-

ten laufend wechselt (Wechselfrequenz), kann immer im Duanten-zwischenraum beschleunigt werden. Die Frequenz muss natürlich auf

die Teilchenbewegung abgestimmt sein. Da die Geschwindigkeit der

Teilchen zunimmt, wird auch der Radius der Halbkreisbahnen größer,

so dass die Teilchen sich auf einer „Spiralbahn“ bewegen. Wenn sie

den Rand der Anordnung erreichen, werden sie über das zusätzliche

elektrisches Feld einer Elektrode abgelenkt und aus dem Aufbau auf ein

Ziel (Target) geführt. Die Wechselfrequenz kann im Zyklotron konstant

gehalten werden (s. Formeln)

 

Formeln:

In den Kapiteln zum Fadenstrahlrohr und zur Schraubenbahn findet

man die Formeln, die man hier benötigt.

 

 

Man erkennt, dass „T“ bzw. „f = 1/T“ unabhängig von „v“ ist. Allerdings

besteht eine Abhängigkeit von „m“. Solange also „m“ konstant ist, ist

die Umlaufdauer immer gleich.

Ein Problem ergibt sich bei Geschwindigkeiten v > 0,1∙c, weil dann

relativistisch gerechnet werden müsste (s. relativistische Masse (in Arbeit))

Die Masse nimmt dann merklich zu, die Frequenz ändert sich und

müsste nachgesteuert werden. Man spricht dann von einem Synchro-

zyklotron. Dieses Gerät kann nicht kontinuierlich betreiben werden, da

sich dann ja Massen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten im Ge-

rät befinden. Man kann also nur einzelne Massepakete untersuchen.

Man spricht von einem Pulsbetrieb.

 

Beispielrechnung für vmax:

 

 

Man erkennt, dass nur bei schweren Ionen keine relativistische

Rechnung nötig ist (ab v ≈ 0,1∙c muss relativistisch gerechnet werden).

Daher werden im Allgemeinen nur schwere Ionen in einem Zyklotron

beschleunigt.

 

In der folgenden Rechnung wird noch einmal gezeigt, dass es keinen

Sinn macht, Elektronen im Zyklotron zu beschleunigen. Außerdem

wird berechnet, in welcher Größenordnung (Angabe meist in MeV) die

maximalen Energien liegen.

 

 

Hier drei Videos in englischer Sprache zur Funktion des Zyklotrons.

 

Quelle.YouTube

 

Für mich die beste Animation

zum Aufbau und zur Funktion,

sehr ausführlich

 

Quelle.YouTube

 

Auch ganz nette Animation.

 

Ausschnitt aus der Quelle.YouTube

 

Reale geschichtliche Geräte,

z.T. mit Ernest O. Lawrence im Vordergrund, sehr schönes

mechanisches Modell

 

Hinweis: das Video von „physikdigital“ und die Animation bei „Leifi“ bringen meiner Meinung nach nichts Neues.

Anwendung in der Medizin

 

1.) Diagnostik: PET-Verfahren

Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) wird vor allem in der

Diagnostik von Krebserkrankungen benutzt. Man untersucht hierzu

den Zerfall von Positronen eines Radionuklids, meist 18Fluor. Dieses

Radionuklid wird durch Beschuss von 18O durch beschleunigten Pro-

tonen erzeugt. Diese beschleunigten Protonen stammen aus einem

Zyklotron.

Hinweis: Für ein vertieftes Verständnis der ablaufenden Prozesse braucht man Kenntnisse aus

der Kernphysik (s. Videoliste.1.Video)

 

2.) Therapie: Protonentherapie

Die Protonentherapie wird vor allem bei tief im Körper sitzendem bös-

artigem Krebsgewebe zur Behandlung benutzt. Der Krebs wird dabei

zielgenau mit Protonen beschossen. Die energiereichen Protonen

stammen aus einem Zyklotron (Synchrozyklotron) oder sogar Synchrotron (s. nächstes Kapitel).

 

Hierzu eine Auswahl von Videos:

 

 

Quelle: YouTubeVideo

 

Sehr schönes Video in Englisch.

Es wird vor allem ausführlich auf

die Physik und Chemie einge-

gangen

 

Quelle: YouTubeVideo

 

Video in Englisch mit deutschen

Untertitel; sehr schöne Dar-stellung des Aufbaus einer Anlage für Protonentherapie

 

Quelle: YouTubeVideo

 

Hier wird die Anlage des WPE

in Essen im Detail dargestellt.

WPE=Westdeutsches Protonen-

therapiezentrum Essen

 

Synchrotron

 

Im Gegensatz zum Zyklotron durchlaufen die Teilchen in einem Syn-

chrotron keine Spiralbahnen, sondern „Kreisbahnen“ mit festem Ra-

dius. Da aber bei der Beschleunigung die Geschwindigkeit der Teilchen

zunimmt, kann hier das B-Feld nicht konstant sein, sondern muss

immer stärker werden, damit sich der Radius nicht verändert. Man

muss eine Synchronisation zwischen der Teilchengeschwindigkeit und

der Feldstärke vornehmen. Daher der Name des Ringbeschleunigers

als „Synchrotron“. Damit die magnetische Feldstärke nicht übermäßig

hohe Werte erreicht, muss der Radius solcher Beschleuniger ziemlich

groß sein. Beim DESY-HERA z.B. fast 1 km, beim LHC sogar

ca. 4,3 km. Da der Ringbeschleuniger aber keine ideale Kreisform hat,

wird häufiger nur der Umfang angegeben, also DESY-HERA 6,336 km

und beim LHC 26659 km.

Hier einmal Bilder zu den Abmessungen der beiden Beschleuniger:

 

 

DESY mit PETRA und HERA

 

Quelle: wikipedia

 

 

LHC bei Genf

 

Quelle: wikipedia

 

Im Wesentlichen besteht das Synchrotron aus Teilen, die zur Be-

schleunigung dienen, also mehreren E-Feldern, und Teilen zur Ab-

lenkung, also mehreren B-Feldern. Eine Wechselspannung polt die

elektrischen Felder immer so, dass eine Beschleunigung gerade beim

Eintritt in das Feld stattfindet. Auch diese Frequenz muss der Ge-

schwindigkeit angepasst werden. Außerdem treten bei den hohen Ge-

schwindigkeiten auch relativistische Effekte auf, die ebenfalls Berück-

sichtigung finden müssen. Es geht also im Synchrotron auch viel um

die richtige Steuerung von E- und B-Feld.

 

Die folgenden Abbildungen zeigen einmal schematisch den Aufbau.

 

 

 

Quelle: aus der PDF Nr.3

 

 

Quelle: roro-Seiten

 

 

Es gibt lineare Beschleunigungsstrecken (Linearbeschleuniger),

kombiniert mit Ablenkmagneten und Fokussierungsmagneten.

In der Regel sind die Teilchen, die in das Synchrotron gelangen, schon

vorbeschleunigt, meist durch einen großen Linearbeschleuniger.

 

Kurz zum Aufbau eines Linearbeschleunigers. Er besteht im Prinzip

aus aneinandergereihten Kondensatoren. Im elektrischen Feld dieser

Kondensatoren findet dann die Beschleunigung statt. Die anliegende

Frequenz muss entsprechend abgestimmt sein.

Die folgende Abbildung zeigt einmal schematisch den Aufbau:

 

Quelle: wikipedia

 

Die Kondensatoren bilden die Enden von „Driftröhren“, in denen sich

die Teilchen feldfrei (Faraday-Käfig) mit konstanter Geschwindigkeit

bewegen. Nur im Raum zwischen den Driftröhren wird beschleunigt.

Bewegt sich das Teilchen innerhalb der Driftröhre, kann die Spannung

der Röhre durch die anliegende Frequenz geändert werden. Bleibt,

wie in diesem Fall, die Frequenz konstant, muss die Länge der Drift-

röhren aufgrund der erhöhten Geschwindigkeit immer größer werden,

damit die Zeit zur Umpolung zur Verfügung steht.

 

Eine große Beschleunigeranlage, wie das CERN, kann aus sehr

vielen Linear- und Ringbeschleunigern bestehen, wie folgendes Bild

zeigt:

 

Quelle: wikipedia

 

Hier zwei YouTube-Videos von der Plattform „physikdigital“ zum

Thema:

 

 

Synchrotron

Quelle: physikdigital

 

 

Linearbeschleuniger

Quelle: physikdigital

 

 

Linkliste zum Thema „Beschleuniger“:

 

 

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