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Induktionsgesetz−2.Teil

 

Änderung der magnetischen Feldstärke

 

Einführung

 

Bisher haben wir uns mit der Entstehung einer Induktionsspannung

durch Flächenänderung beschäftigt, wobei die Flächenänderung

durch Bewegung stattfinden muss. Damit lässt sich diese Span-

nungserzeugung über das Auftreten der Lorentzkraft erklären.

 

Es gilt folgender Zusammenhang:

 

 

 

Induktion durch Flächenänderung

 

Ändert sich die von Magnetfeldlinien senkrecht durch-

setzte Fläche AꞱ , bestimmt sich die Induktionsspannung

über die Formel

 

 

mit

n = Windungsanzahl der Spule

B = magnetische Feldstärke

 

 

In diesem Kapitel geht es jetzt um das Auftreten einer Induktionsspan-

nung ohne Bewegung. Wir haben keine Möglichkeit auf alte Kenntnis-

se zurückzugreifen, sondern müssen dies als neuen physikalischen

Zusammenhang akzeptieren.

 

Experimente zur Einführung

 

Wir sehen uns die Erzeugung einer Induktionsspannung ohne Be-

wegung zunächst im Experiment an.

 

1. Anordnung:

Hier meine experimentelle Anordnung im Bild

 

 

Aufbau: das Magnetfeld wird über zwei in Reihe geschaltete Spulen

erzeugt. Diese Spulen sitzen auf einem Hufeisenjoch und werden

oben durch Polschuhe abgeschlossen. Zwischen diesen Polschuhen

wird eine Leiterschleife eingeklemmt, die als Induktionsspule dient.

Die Feldspule wird über ein Gleichstrom-Netzgerät mit Strom versorgt.

Die Induktionsspannung wird an einem Voltmeter in Mittelstellung ab-

gelesen. Über einen Schalter kann die Stromzufuhr zu den Feldspulen

unterbrochen werden.

 

Versuchsablauf: bei Betätigung des Schalters tritt kurzfristig beim Ein-

und Ausschalten ein Spannungsstoß auf. Die Spannung ist dabei ent-

gegengesetzt gerichtet.

 

Hierzu folgendes Video:

 

Quelle: Video wurde von T. Imkamp am SG Gt aufgenommen

 

2. Anordnung

In dieser Anordnung werden zwei Spulen nebeneinandergestellt, wo-

bei beide oder eine Spule einen Eisenkern aufweist. Hierzu liegen im

Folgenden zwei Videos der Anordnungen vor.

Im ersten Fall wird der Feldstrom ein- und ausgeschaltet, im zweiten

Fall wird der Feldspule eine niederfrequente Wechselspannung zuge-

führt.

 

 

Quelle: Ausschnitt aus Video 5 (Videoliste)

 

 

Quelle: Ausschnitt aus Video 6 (Videoliste)

 

Zusammenfassung

 

 

Man kann auch ohne Bewegung eine Spannung in einer Spule bzw. Leiterschleife erzeugen.

Es muss nur zu einer

 

Änderung der magnetischen Feldstärke

 

kommen.

Dann wird ebenfalls eine Spannung induziert.

 

 

Exakte Auswertung durch Experiment

 

Exakte Auswertungen sind mit komplexeren Aufbauten möglich. Meine

Recherche ergab, dass dies vor allem durch Benno Köhler im Internet

stattfindet. Daher im Folgenden Ausschnitte aus seinem Video hierzu.

 

Zunächst zum Aufbau:

 

kurze Erläuterung:

Eine große Zylinderspule wird als Feldspule benutzt, d.h. in dieser

Spule wird das Magnetfeld erzeugt. Hierzu muss die Spule an eine

Spannungsquelle (Dreiecksgenerator) angeschlossen werden. Die

Stromstärke in der Feldspule wird an einem Messgerät angezeigt.

In diese Feldspule werden verschiedene kleinere Induktionsspulen

eingeführt und deren Induktionsspannung gemessen. Da die Induk-

tionsspannung gering ist, wird ein Verstärker zusätzlich benutzt.

 

Hinweis für Lehrer:

Man findet leider nicht in jeder Sammlung einen Dreiecksgenerator oder Funktionsgenerator.

Dann muss man zur Not versuchen per Hand einen gleichmäßigen Anstieg und Abfall der

Feldstromstärke zu erreichen.

 

1. Experiment: qualitative Auswertung bei Änderung der Stromstärke

innerhalb der Feldspule

 

Quelle: Ausschnitt aus Video 1 (Videoliste)

Ergebnis:

Der Dreiecksgenerator erzeugt einen linearen Anstieg und Abfall der

Stromstärke in der Feldspule. Damit ändert sich auch die magnetische

Feldstärke in der Feldspule linear.

Denn es gilt ja (s. Kapitel „Magnetfeld“)

B(t) ist also proportional zu I(t), da alle anderen Größen konstant

blieben.

Bei einer linearen Änderung des Magnetfeldes gibt es eine konstante

Induktionsspannung. Die folgende Abbildung zeigt dies noch einmal.

 

 

 

 

Die lineare Stromstärkeän-

derung entspricht wegen der

Proportionalität einer linearen

Magnetfeldstärkeänderung

(Dreiecksgenerator).

Dies führt zu einer konstanten

Induktionsspannung:

beim Anstieg negativ, beim

Abstieg positiv.

 

Eine konstante B-Änderung führt also zu einer konstanten Spannung.

 

 

Folgende Bilder aus dem Video „Physik mit c“ (ab. 10:45) zeigen

auch noch einmal die Verhältnisse:

 

 

 

 

 

 

Im folgenden Video misst Benno Köhler alle möglichen Abhängigkeit-

en durch.

Quelle: Ausschnitt aus Video 1 (Videoliste)

 

Es ergeben sich folgende Zusammenhänge:

 

 

Es bleibt jetzt nur noch die Proportionalitätskonstante zu bestimmen.

Dies macht Benno Köhler leider nicht. Hierzu kann man aber folgende

beiden Videos finden.

 

 

Quelle: Ausschnitt aus Video3 (Videoliste)

 

 Leider hat das Video eine sehr schlechte Qualität

 

 

Quelle: Ausschnitt aus Video 4 (Videoliste)

 

Hier wird k = 1 vorausgesetzt und damit dann die Windungszahl der

Induktionsspule nachgerechnet

 

Man stellt fest, dass die Proportionalitätkonstante k=1 ist

 

In die Formel wird das Minuszeichen eingefügt, da die Induktions-

spannung immer einer schon vorher angelegten Spannung entgegen-

wirkt (s. Selbstinduktion).

Außerdem muss A durch A ersetzt werden, was bei B. Köhler nicht

nötig ist, da bei ihm durch den Versuchsaufbau A = A ist.

 

Zusammenfassung

 

 

Für die Induktionsspannung ohne Bewegung gilt

die Formel

mit

n = Windungszahl der Induktionsspule

A = Fläche der Induktionsspule, die senkrecht von Feldlinien durch-

        setzt wird

dB(t)/dt = momentane Änderungsrate von B(t) bzw. Ableitung nach t

 

 

Übungsaufgabe

 

 

Aufgabe:

 

Mein LK 2014/15 führte einen Versuch mit der Feldspule und den

runden Induktionsspulen von Phywe durch. Es wurde eine Induk-tionsspannung von 0,4 mV gemessen, wenn man die Stromstärke

in der Feldspule („mit der Hand“) gleichmäßig innerhalb von 4,9 s

von 0 A auf 8 A erhöht. Beurteilen Sie das Messergebnis!

Weitere Werte: nFeld = 485 Wdg./m ; nind = 300, rind = 2,05 cm

 

Lösung:

 

 

Die Schüler haben also extrem gut gemessen. Bravo!

 

 

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